Unsere Fasent

S' goht immer degeege!
 

Insbesondere die "Hohen Feiertage", die "5. Jahreszeit", unsere fastnachtlichen Gebräuche und Zeremonien, sind Teil einer alten Kulturgeschichte um Werden und Vergehen des Menschen. Von Generation zu Generation weitergegeben hinterläßt die Fasent ihre offenrätsligsten Spuren und führt uns unvermutet auf die entlegensten Pfade unseres Wesens. Bald unergründlich, bald seltsam deutlich.
 

Bisweilen muß ein ehemals überschaubarer Weg verbreitert werden, und es entsteht eine Straße. Und aus der Straße wächst unversehens eine vielspurige Verbindungsader hervor, um dem Wissen Raum zu geben, dem Mehr an Menschen gerecht zu werden. Kein leichtes Unterfangen in diesem Narrendorf voll Leben, das sich Welt nennt. - Aus dem Hausacher Narren Codex

... Obwohl sich erst zur Reformationszeit geschichtliche Hinweise finden, muß es schon vorher ein Fastnachtstreiben in Hausach gegeben haben. Denn 1543 verfügte der fürstenbergische "wilde" Graf Wilhelm "von neuem" das Verbot der "Faßtnacht als ein heidnische Onsinnigkeit". Aus dem Jahre 1789 ist überliefert, daß "15 Köpfe maquiert" am Fastnachtsmontag und - dienstag durch Hausach zogen. Ein Bußgeld von 1 Gulden und 30 Kreuzern mußten die "Sünder" für ihre Tat bezahlen. Zur gleichen Zeit baten einige Bürgersöhne um die Erlaubnis, an Fastnacht mit Masken laufen zu dürfen. 1804 erteilte der Amtmann schließlich die Genehmigung. An den drei Fastnachtstagen durften die Narren mit Masken laufen, sofern sie gewisse Auflagen einhielten, die da lauteten: " Es dürfen keine Personalbeleidigungen vorkommen, Fremden darf nicht das mindeste in den Weg gelegt werden und vor dem vormittäglichen Gottesdienst soll das Maskenlaufen unterbleiben" ... - Aus Zur Geschichte der Organisierten Fastnacht, Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte, DoldVerlag, 1999